Wäl­der sind die eigent­li­chen natür­li­chen Vege­ta­ti­ons­for­men unse­rer Land­schaft. Etwa die Hälf­te unse­rer ein­hei­mi­schen Tie­re sind auf sol­che Öko­sys­te­me ange­wie­sen. Die Tie­re, die außer­halb des Wal­des leben, gel­ten gemein­hin als Kul­tur­fol­ger. Sie sind erst durch mensch­li­ches Zutun (Rodun­gen) in die Offen­land­be­rei­che ein­ge­wan­dert. Den natür­li­chen Lebens­raum Wald, der vie­len Tie­ren und Pflan­zen eine Hei­mat bie­tet, gilt es zur Erhal­tung die­ser Arten zu bewah­ren.

 

Wel­che Schutz­ge­biets­ka­te­go­ri­en lie­gen vor?

 

Natur­park Pfäl­zer­wald

Der Natur­park Pfäl­zer­wald wur­de 1958 als drit­ter Natur­park in Deutsch­land geschaf­fen. Ziel war es damals, den gestress­ten und unter Bewe­gungs­man­gel lei­den­den Men­schen in den luft­ver­schmutz­ten Städ­ten des ober­rhei­ni­schen Tief­lan­des einen Erho­lungs- und Bewe­gungs­raum zu bie­ten. Bis Mit­te der 1970er Jah­re wur­de des­halb der Aus­bau mit Park- und Zelt­plät­zen, Aus­sichts­tür­men und Frei­bä­der vor­an­ge­trie­ben. Der Schutz­sta­tus als Land­schafts­schutz­ge­biet, den der Natur­park Pfäl­zer­wald bereits seit 1967 inne­hat­te, führ­te schließ­lich dazu, sich mehr der Pfle­ge von Bio­to­pen und der Land­schaft zu wid­men. Damit ein­her ging auch die Umwand­lung der ent­stan­de­nen Nadel­wald-Mono­kul­tu­ren (sie­he Tafel 3 „Vege­ta­ti­on“) zu einem arten­rei­che­ren und stand­ort­ge­rech­ten Misch­wald. Seit 1984 gehört zudem die Erhal­tung der Viel­falt, Eigen­art und Schön­heit des Land­schafts­rau­mes per Lan­des­ver­ord­nung eben­falls zu den Zie­len.

Bio­sphä­ren­re­ser­vat Pfäl­zer­wald

Der Natur­park Pfäl­zer­wald erhielt 1992 von der UNESCO die Aner­ken­nung als Bio­sphä­ren­re­ser­vat. Bereits 1998 wur­de er deut­scher Teil des ers­ten grenz­über­schrei­ten­den Bio­sphä­ren­re­ser­va­tes Pfäl­zer­wald-Vos­ges du Nord (Nord­vo­ge­sen). Die­se Schutz­ge­bie­te tra­gen dazu bei, natür­li­che Res­sour­cen zu erhal­ten, Umwelt­be­las­tun­gen vor­zu­beu­gen und umwelt­ge­rech­tes Ver­hal­ten bewusst zu machen. Dazu gehört auch ein Moni­to­ring (Dau­er­be­ob­ach­tung und Über­wa­chung) der gemein­sa­men Leit­ar­ten des Bio­sphä­ren­re­ser­vats. Leit­ar­ten sind beson­ders cha­rak­te­ris­tisch für einen Bio­top­typ und reagie­ren beson­ders emp­find­lich auf Land­schafts­ver­än­de­run­gen, so z. B. Spitz­maus, Fle­der­maus- und Hasel­maus­ar­ten, Baum­mar­der, Wild­kat­ze, Luchs sowie diver­se Greif­vo­gel­ar­ten. Im Bio­sphä­ren­re­ser­vat Pfäl­zer­wald sol­len gemein­sam mit den dar­in leben­den und wirt­schaf­ten­den Men­schen bei­spiel­haf­te und zukunfts­fä­hi­ge Kon­zep­te zu des­sen Schutz, Pfle­ge und Ent­wick­lung aus­ge­ar­bei­tet und umge­setzt wer­den. Dabei steht ein Zonie­rungs­kon­zept im Mit­tel­punkt, das aus drei Zonen mit unter­schied­li­chen Zie­len und Schutz­funk­tio­nen besteht:

  • Kern­zo­nen: Zonen für die natür­li­che Ent­wick­lung. Hier soll ein „wei­test­ge­hend unbe­ein­fluss­ter Ablauf der natür­li­chen Pro­zes­se“ (Lan­des­ver­ord­nung über den “Natur­park Pfäl­zer­wald” als deut­scher Teil des Bio­sphä­ren­re­ser­vats Pfäl­zer­wald-Nord­vo­ge­sen vom 22. Janu­ar 2007), also ein voll­stän­di­ger Schutz typi­scher Öko­sys­te­me gewähr­leis­tet wer­den. Kern­zo­nen sind von jeg­li­cher Nut­zung aus­ge­schlos­sen und wer­den ganz der Natur über­las­sen. Für Wan­de­rer und Rad­fah­rer wer­den eini­ge weni­ge Wege frei­ge­hal­ten. Das Ver­las­sen die­ser Wege ist strikt ver­bo­ten.
  • Pfle­ge­zo­nen: Zonen für natur­scho­nen­de Wirt­schafts­wei­sen, die den Land­schafts­cha­rak­ter erhal­ten. Sie ergän­zen und ver­net­zen die Kern­zo­nen.
  • Ent­wick­lungs­zo­nen: Zonen für dau­er­haft umwelt­ge­rech­te Ent­wick­lun­gen und Nut­zun­gen. Das Haupt­au­gen­merk liegt hier auf der För­de­rung von „modell­haf­ten Pro­jek­ten zur Nach­hal­tig­keit“, die z. B. die Wei­ter­ent­wick­lung von Kon­zep­ten eines sanf­ten Tou­ris­mus oder die umwelt­scho­nen­de Her­stel­lung regio­na­ler Pro­duk­te ein­schlie­ßen kön­nen.

Die in der Lan­des­ver­ord­nung eben­falls genann­ten „Stil­le­zo­nen“ sol­len eine „Erho­lung in der Stil­le“ gewähr­leis­ten.

Ins­ge­samt gehört die Reser­vatsflä­che zu den größ­ten Wald­ge­bie­ten West­eu­ro­pas und zu den am wenigs­ten besie­del­ten Räu­men.

 

Der Raum um Dim­bach, mit den Bunt­sand­stein­fel­sen, ist der Kate­go­rie der Ent­wick­lungs­zo­nen zuge­ord­net. Wei­te­re Natur­schutz­ka­te­go­ri­en sind:

  • Vogel­schutz­ge­biet (Natu­ra 2000) über das gesam­te Gebiet
  • Gen­tech­nik­frei­es Gebiet §19 LNatSchG über das gesam­te Gebiet
  • Bio­top­ty­pen (Flä­chen) gem. § 30 BNatSchG inkl. Fels­flur­kom­ple­xe (ins­be­son­de­re die Bunt­sand­stein­fel­sen)

Wei­ter­füh­ren­de Lite­ra­tur:

Dex­hei­mer, W.F. (1987): Der Pfäl­zer­wald als Natur­park.- In: Gei­ger, M./Preuß, G./Rothenberger, K.-H. (Hrsg. 1987): Der Pfäl­zer­wald — Por­trät einer Land­schaft. Land­au, S. 369–376.Dexheimer, W.F. (2012): Der Pfäl­zer­wald: Natur­park und Bio­sphä­ren­re­ser­vat.- Gei­ger, M. (Hrsg. 2012): Die Land­schaf­ten um Bad Dürk­heim. Land­au, S. 120–121.

Himm­ler, H./Walter, J. (2015): Natur und Natur­schutz im Was­gau.- In: Gei­ger, M. (Hrsg. 2015): Das Fel­sen­land im Was­gau — ein Geo- und Bild­füh­rer. Land­au, S. 100–117.

Minis­te­ri­um des Innern und für Sport/Ministerium für Wirt­schaft, Ver­kehr, Land­wirt­schaft und Wein­bau Rhein­land-Pfalz (2007): Lan­des­ver­ord­nung über den “Natur­park Pfäl­zer­wald” als deut­scher Teil des Bio­sphä­ren­re­ser­vats Pfäl­zer­wald-Nord­vo­ge­sen vom 22. Janu­ar 2007.- Mainz.

Preuß, G. (1987): Der Pfäl­zer­wald, Lebens­raum für Pflan­zen und Tie­re.- In: Gei­ger, M./Preuß, G./Rothenberger, K.-H. (Hrsg. 1987): Der Pfäl­zer­wald — Por­trät einer Land­schaft. Land­au, S. 133–164

Preuß, G. (1987): Natur­schutz und Land­schafts­pfle­ge.- In: Gei­ger, M./Preuß, G./Rothenberger, K.-H. (Hrsg. 1987): Der Pfäl­zer­wald — Por­trät einer Land­schaft. Land­au, S. 173–182.

Röl­ler, O./Schotthöfer, A. (2015): Pflan­zen und Tie­re der Fel­sen im Was­gau.- In: Gei­ger, M. (Hrsg. 2015): Das Fel­sen­land im Was­gau — ein Geo- und Bild­füh­rer. Land­au, S. 52–59.

Wis­sen­schaft­li­chen Bei­rat und Geschäfts­stel­le des Bio­sphä­ren­re­ser­va­tes (Teil Pfäl­zer­wald) (2003): Ent­wick­lungs­kon­zept für den deut­schen Teil des grenz­über­schrei­ten­den Bio­sphä­ren­re­ser­va­tes Pfäl­zer­wald – Vos­ges du Nord.- Neu­stadt.